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Februar 2018

Warum ich jetzt einen Benz fahre… Teil 1

Warum ich jetzt einen Benz fahre? Die Geschichte geht so:

Ich brauchte ein Auto.

Ungewöhnlich eigentlich, so ein Satz, aus dem Mund eines Automagazin-Moderators. Schließlich bin ich oft genug auf offiziellen Fahrveranstaltungen. Darf regelmäßig neue Autos bewegen. Manchmal steht sogar eins vor meiner Tür. Für ein paar Tage. Autofahren und darüber reden ist mein Job. Ich sitz also schonmal in dem oder anderen. Nur geschenkt bekomme ich sie nicht.

Auch nicht, seit ich Anfang des Jahres Vater geworden bin. Und Väter sind eine Zielgruppe. Das hat man jedenfalls bei Volvo erkannt.

Hätte ich mal besser direkt einen Daddy-Blog eröffnet, Volvo hätte mich womöglich tagelang mit ihrer Familenkutschen namens XC60 versorgt. Denn ein XC60 ist ja für das Pärchen mit Kleinkind genau das richtige Gefährt, um im Frühling über den Öresund nach Schweden zu fahren. In eine Blockhütte am bewaldeten See, wo XC60s am liebsten, und am fotogensten Parken.

Woher ich das weiß? Der nette Pressebetreuer von Volvo hat mich mal ungefragt in eine Facebook Gruppe aufgenommen hat, in der regelmäßig Blogeinträge dieser Art gepostet werden. Die meisten stammen von Müttern mit MacBook, aber nicht nur, denn es gibt ausreichend männliche Blogger. Der Typ des Star Wars Parodie gewordenen „Ich-bin-Dein-Vater“-Blogs hatte jedenfalls viel Spass mit demXC90. Ein Auto für die ganze Familie, schrieb er.

Die Sauerland Urlaubstipps hab ich übersprungen.

Es ist schon kurios. Als Vater beschäftigt man sich auf einmal ganz anders mit dem Thema Auto. Es geht um Platzverhältnisse. Um Kosten. Und um die Sicherheit. Plötzlich erinnerte ich mich daran, dass ja ein Kollege mal mit dem ADAC ja 2016 einen Kindersitztest gemacht hat. Ob ich den mal nach dem Testsieger frage? Plötzlich  hat mich das Ergebnis dieser Untersuchungen rasend interessiert.

Viel wichtiger noch als die Beschäftigung mit Kindersitzen aber war: das Auto selbst. Nun musste ich endlich eins …, naja: b e s i t z e n. Ein schlimmes Wort, für jemanden, der zweitages- bis zweiwöchentliche Beziehungen mit Autos eingeht.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich tatsächlich kein eigenes Kfz vor der Tür stehen. Ich wohne mitten in der Düsseldorfer Innenstadt. Wer dort lebt, braucht kein Auto. Nichtmal ein Fahrrad, um ehrlich zu sein. Für Singles und Paare gibt es zig Möglichkeiten, alternativ von A nach B zu kommen. Meistens reichen zwei Beine. Die paar Testwagen, die immer wieder mal vor der Tür standen, standen die meiste Zeit rum. Wie das mit Autos eben so ist. Aber jetzt reichte das nicht mehr mit den automobilen On-/Off-Beziehungen. Ein Auto für länger musste her. Für wenn das Kind zum Arzt muss, nicht einschlafen kann, Urlaub ansteht, oder eine Fahrt zu den Großeltern. Wenn es in den Kindergarten muss, oder zur Krabbelgruppe. Ein Auto musste her. Schnell! Und no no no, kein Roadster, kein Coupé und auch kein flammenspuckender V8. Das Motto dieser Lebensübung lautete „entscheide Dich für ein Familienauto. Entscheide Dich schnell“.

Ich hätte nicht gedacht, dass mir dieser Auftrag soviele Kopfzerbrechen bereiten würde.

Nix gegen Kangoo, Touran und Fabia Combi, aber da muss ich immer spontan an die Sonnenblenden im Bärchenlook denken (Winnie-der-Pooh-Style) – die mit Saugnäpfen an den hinteren Fensterscheiben kleben, damit der überversorgte Nachwuchs nicht geblendet wird. Ich musste an Erbrochenes auf den Stoffsitzen im Dekor „Roncalli“ denken, oder an nicht schliessende, riesige Heckklappen, weil die Räder des Kinderwagens wieder im Weg waren.

Nun erwartete ich mit meiner Partnerin ja aber erstmal nur ein Kind. Das erleichterte die Aufgabe, weil es kein VW Transporter mit Schiebetüren und Cargo-Abteil werden musste, um gleich zwei Kinderwagen einzuladen. Die Dame des Hauses sorgte für weitere Erleichterung:

„Nein, kein Seat. Ein Skoda muss es auch nicht sein.“

Nicken von meiner Seite.

„Können wir vielleicht einen Jeep Grand Cherokee nehmen. Oder einen X5?“

„Hä?“

Alle Alarmsirenen schrillten.

„Nein“ lautete meine seriöseste Antwort. „Die verbrauchen zuviel … von allem. Sprit, Platz, Nerven“.

Wir einigten uns auf einen Mercedes GLC. Nicht, weil das gerade eines der angesagtesten SUV weltweit ist, sondern weil alles andere erstmal ausschied. Auf einen GLC konnten wir uns einfach einigen. Blieben nur zwei Dinge, die mir schlaflose Nächte bereiteten: wie soll man den bezahlen (der Wagen pendelte in meinen Konfigurationen immerhin um realistische 68.000 EUR herum)? Und: musste ich den dann wirklich länger als zwei Wochen fahren? Und würde dann keinen neuen bekommen? Wie ich das vom Job gewohnt war? Kein Facelift, wenn es soweit sein sollte? Kein Upgrade, keine Modellpflege, kein Lifecycle-Improvement nach drei Jahren Nutzung? Ein Horrorszenario.

Ich fand eine Lösung. Ein hier nicht genannter Informant aus dem Showgeschäft hatte mir einen Verkäufer von Mercedes-Benz Fahrzeugen in Köln empfohlen.

Links Neuwagenkunde. Rechts Neumann.

Nach einem Anruf in Der Domstadt war klar: Herr Neumann würde sich darum kümmern, dieses Dilemma irgendwie erträglich zu gestalten. Meine trivialen Ängste um das „Kaufen-für-immer“ und die „Modellpflege-Enthaltsamkeit“ sollten unbegründet sein.

Er organisierte mir ein Modell, das es mir erlaubte, einen GLC zu konfigurieren, den ich gegen Zahlung einer Leasingrate zwölf Monate lang fahren konnte. Nein, die Leasingrate war kein echtes Schnäppchen, und nein, Steuer und Versicherung waren auch nicht inklu, aber es war eine gute Möglichkeit, mal 365 Tage einen Benz zu fahren ohne mich an die Marke zu verkaufen oder meinen Bausparvertrag auszahlen zu lassen (habe ich überhaupt einen?).

Lange Rede kurzer Sinn: der Verkäufer hat alles dran gesetzt, um mein im Oktober konfiguriertes Fahrzeug noch im Dezember auf die Räder gestellt zu bekommen. Rekord. Kurz vor der Geburt des Kindes Anfang Januar wäre ich also dauerhaft mobil. Bei den Lieferzeiten für GLCs ein echtes Kunststück. Noch dazu weil ich kurz vor Schließung der Auswahllokale auf die großen AMG Felgen in meinem Sportpaket BESTAND (obwohl die nicht mehr lieferbar waren) und von uni- auf metallic-Lack umschwenkte, weil ich einen verdreckten GLC ohne metallic-Lack trist in meiner Strasse rumstehen sah und nicht dasselbe Schicksal am eigenen Leib erleben wollte. Ich schulde dem Disponenten auf jeden Fall noch die Reinigung seines durchgeschwitzten Hemds. Und eine Familienpackung merci. Er hat diese Sonderwünsche alle noch eingetütet. Respekt.

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Sternstunde?

Anfang Dezember war es dann soweit. Das Auto, mein Auto! hatte den Status „vom-Band-gerollt“ erhalten. Damit es aber nicht noch für über 700 EUR auch zu mir nach Düsseldorf rollen musste, hatte ich mich in weiser Voraussicht für eine Werksabholung entschieden. Das hatte gleich zwei Vorzüge: ich kam mal wieder raus in die weite Welt. In diesem Fall nach Bremen. Der andere: ich konnte schon wieder ein anderes Auto fahren, und zwar um nach Bremen zu kommen. Das Schicksal brachte mir einen Oneway-Ticket-Touran von Sixt. Kein Scherz! Der Sixt-Mann am Schalter, der mich und meinen Werdegang kennt, kommentierte dies ohne viel Mitleid und mit einem Anflug von Sarkasmus: „in der Sendung fährst Du doch schon richtig geile Autos, warum nicht auch mal einen Touran!“

Ich verkniff mir ein „Vorsicht, ich bin best friend mit Regine Sixt!“

Nach vier Stunden Fahrt gen Norden muss ich sagen: gar nicht so schlecht diese VW-Familienkutsche. Nicht großartig erwähnenswert, aber überhaupt nicht schlecht.

In Bremen angekommen gab es kein allzugrosses Getue um meine Person. Einerseits bedauerte ich das etwas. Ein kurzes „Hallo Herr Jancke, Sie machen ja so eine tolle Sendung, Mensch, da haben Sie sich ausgerechnet für unseren GLC entschieden? Klasse“, wäre runtergegangen wie Öl. Ich hätte sagen können „Bitte, bitte, nennen Sie mich Andreas, und ja, ich freu mich auch, Ihren SUV mal länger zu bewegen als für zwei Tage auf einer Fahrvorstellung.“ Mit einem Augenzwinkern hätte ich hinzugefügt „ich hoffe, dass keines meiner Familienmitglieder in den Wagen kotzen wird. Aber keine Sorge, vorausschauenderweise habe ich Leder-Nachbildung Artico bestellt.“ Aber ich verzichtete.

Also kein großes Buhei, nur eine Unterschrift hier, eine da, noch eine, und noch eine, dort noch auf den Balken, hier ins Rechteck, hier die Nutzung der MobileMe Datenerfassung bestätigen und dort bitte noch einmal den Namen leserlich in Druckbuchstaben schreiben. Danke das war es. Den Stift können Sie behalten.

Ich musste danach – um einen Stift mit Stern reicher – erstmal austreten und Luft holen. Auf der Kundentoilette, ja wo sonst, gab es eine Vorrichtung, um sich zu erleichtern und noch eine letzte Möglichkeit, sich nach dem Händewaschen mit dem Eau-de-Toilette von Mercedes Benz einzusprühen. Der Flakon hing diebstahlgesichert an der Wand gegenüber vom Waschbecken. Obwohl ich verdammt neugierig war, wie es riechen würde, erlag ich der Versuchung nicht.

Eau del’étoilette.

Es folgte ja auch keine Gala-Veranstaltung mit Küsschen-links-Küsschen-rechts, hier bitte Ihr Auto Herr Jancke!, bei der so ein Duft am Hals vielleicht sinnvoll gewesen wäre. Stattdessen wartete eine Gratis-Werkstour auf mich und ein Dutzend weiterer Abholer, die sich die 700 EUR sparen wollten.

Nach einer kurzen Gehirnwäsche per Image-Film im Kinosaal ging es mit dem Reisebus über das Gelände und später zu Fuß durch die Fabrikhallen der gigantischen Autofabrik an der Weser. Knapp zwei Stunden lang staunte ich mal wieder nicht schlecht, was es bedeutet, ein, nein: hunderte Fahrzeuge an einem Tag zusammen zu bauen. Das war nicht meine erste Fabrik-Tour, womöglich bereits meine achte, oder elfte. Aber es ist immer wieder aufs Neue beeindruckend, wie diese logistische Meisterleistung möglich gemacht wird, ein Auto mit all seinen zigtausend Teilen zusammenzukleistern, ohne dabei zu kleckern.

Selbstbeweihräucherung Marke Mercedes-Benz.

Respektvoll inspizierte ich die Arbeitsabläufe der Roboter, achtete darauf, weder von den ferngesteuerten Shuttles überfahren zu werden, noch den Anschluss an die Gruppe zu verlieren. Beim Durchschreiten der Fertigungslinien sah ich neben SLs und C-Klassen auch GLC43s, die vom gleichen Band liefen und im Stand etwas mehr Fahrspass versprachen, als der von mir gewählte 250 CDI, der ja draussen auf mich warten würde. Dafür gab es auch ein paar abschreckendere Konfigurationen an den Bändern, womöglich von Rentnern die es nicht besser wussten und ihren Lebensabend mit einem durchffallbraunen GLC mit 17 Zoll Alus erleben wollten. Andererseits gehören die auch zu unseren Zuschauern. Also respektierte ich ihre Wahl innerlich. Falls Sie sich jetzt angesprochen fühlen: schalten Sie bitte auch diesen Sonntag wieder ein!!!

Als die Besichtigung zu Ende war und wir wieder das Besucherzentrum ansteuerten, verabschiedete der Werkstourführer uns nach 120 Minuten mit einem Diener, der aber keiner war – er sammelte lediglich die Kabel der Audioführer am ausgestreckten Arm ein und wünschte jedem viel Freude mit unseren Neuwagen.

Wieviel davon bei mir wirklich aufkam, als ich meinen Neuen zum ersten Mal erblickte, das erzähle ich in Teil 2:

Warum ich jetzt einen Benz fahre… Teil 2

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[Meinung] Meine digitale Reichweite ist aktuell doch recht überschaubar. Zum jetzigen Zeitpunkt habe ich 3.916 Facebook-Follower und 2.048 Instagram-Follower. Twitter? Keine Ahnung, da bin ich raus. Die Zugriffszahlen auf meine Website kenne ich nicht. Aber aktuell liegen sie womöglich…